Trauer von Kindern und Jugendlichen ist für uns Erwachsene oft eine sehr große Herausforderung.
Wenn Kinder trauern, sind zu allererst die Eltern bzw. das enge Umfeld gefordert. Wichtig ist es dabei zu beachten:


Kinder trauern anders als Erwachsene.

Der offene Umgang mit dem Thema und das Hinschauen auf das was geschehen ist, ist eine der wichtigsten Voraussetzungen Trauer auf natürlichem Wege zu verarbeiten.

• Kinder brauchen Information und Antworten auf ihre Fragen, aus erster Hand, von einer vertrauten Bezugsperson.
• Kinder spüren sehr genau, was um sie herum geschieht. Gleichgültig, ob sie begreifen können,
   was „endgültig“ bedeutet. Sie werden den Verlust und die Trauer realisieren.
• Kinder brauchen es in ihrem Schmerz und ihrer Sehnsucht gesehen zu werden und jemanden,
   der es trotzdem mit ihnen aushält.
• Kinder brauchen ihresgleichen und die Erlaubnis wieder fröhlich zu sein und ihren eigenen Interessen zu folgen.
• Kinder sollen – wenn sie es möchten – Abschied nehmen können. Muten Sie es ihnen zu!
 
 
Eine Beerdigung ist
ein Abschiedsritual


Wenn wir unseren Kindern erzählen, dass der Tod nichts anderes ist als ein Übergang in eine neues Leben – eine neue Sein-Form – verstehen sie das auch.

Erklären Sie genau, was bei einer Beerdigung geschieht und dass der Abschied wichtig ist. Kinder brauchen Gelegenheit, zu gestalten und mitzuhelfen. (Aus der Ohnmacht ins aktive Tun gehen!) Für Kinder ist es sehr wichtig, dass es verlässliche Bezugspersonen gibt, die sich um die trauernde Mutter/Vater… kümmern, damit sie in ihre Kinderrolle gehen können. Und vor allem brauchen Kinder die Botschaft: „SCHÖN, DASS DU LEBST“

 

4 Phasen der Trauer

Jedes Kind geht anders mit dem Trauerschmerz um. Von Aggressionen, Reizbarkeit, Angstzuständen, Schuldgefühlen oder Wut gegen den Verstorbenen, gegen sich selbst oder gegen das Leben generell, bis hin zu Rückzug oder körperlichem Schmerz ist alles möglich. Obwohl Trauer immer individuell ist, sind oft ähnliche Trauerphasen zu erkennen:
Phase 1: Ablehnung der Trauer
Typische Gefühle: Starre, Leere, Schock.
Der Verlust kann nicht realisiert werden.

Phase 2: Aufbruch der Trauer
Typische Gefühle: Verzweiflung, Wut, Angst und Schuldgefühle
Phase 3: Auseinandersetzung mit der Trauer
Typische Gefühle: Suchen, Einsamkeit, Unruhe, Dankbarkeit. Den Verstorbenen als inneren Begleiter integrieren.

Phase 4: Annahme der Trauer
Typische Gefühle: Verlust akzeptieren, Freude, Befreiung, positives Lebensgefühl
Die Phasen der Schmerz-Verarbeitung verlaufen jedoch nicht chronologisch, sie wechseln immer wieder ab, oft auch völlig unerwartet – zum Beispiel Lachen kann plötzlich von Weinkrämpfen abgelöst werden oder umgekehrt. (Modell der Trauerphasen nach “Verena Kast”)

 

Trauerbewältigung braucht Zeit Trauer kann speziell bei Kindern Jahre dauern.
Wichtig ist, dass das Kind offen über seine Gefühle sprechen kann.

Für mich ist es wichtig, dass Kinder und Jugendlichen ihre Trauer-Gefühle wie Traurigkeit, Ärger, Angst, Wut, Einsamkeit, Leere und Enttäuschung zulassen und auch zeigen dürfen. Trauer ist keine Krankheit, sie ist eine ganz natürliche Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen, einer Situation oder einer Sache. Trauer kann aber krank machen, wenn man so tut als wenn gar nichts wäre. Es ist daher wichtig die Trauer ausdrücken zu können.

 

» Vermittel dem Kind ein Gefühl der Geborgenheit, der Sicherheit und des Angenommenseins. Sei tolerant, egal welche Ausdrucksform die Trauer annimmt. «

Wenn du für dein Kind Unterstützung brauchst ...